Für, während, durch, im Vorfeld von, parallel zur, in Folge von, ... der Vienna Art Week kämpft eine gewaltige Menge an Veranstaltungen um Aufmerksamkeit.
16.-22.11. / Vienna Art Week / zahlreiche Veranstaltungsorte
Doppelte Veranstaltungsdichte
Neben dem „normalen“ Kunst- und Kulturprogrammreigen gibt es zusätzlich: Guided Tours, Atelierbesuche, Führungen mit Museumsdirektoren. eine eigene Ausstellung und jeden Abend Podiumsdikussionen, um alles gemeinsam zu verdauen.
Öffentlichkeitskatalysator
Ursprünglich geplant, um sagenumwobende Art-Professionals aus dem fernen Nicht-Österreich während der Viennafair einzufliegen und für den Kunststandort zu begeistern, ist die viennaartweek (inzwischen ohne Kunstmesse) heuer mehr ein Kunstfestival bzw. eine aktive Marketinmaßnahme, die als Katalysator auch VOR der Kunstwoche unsere Terminkalender füllt. zB mit Vernissagen in Schleifmühlgasse UND Seilerstätte am Donnerstag. (und Gallerynight am Dienstag bis 24h)
Reservierungselitenbildung
Vielmehr entpuppt sich das Programm (a) kostenlos und b) inwischen völlig open-to-the-public) als gute Gelegenheit um mit Kunst-VIPs auf Tuchfühlung zu gehen, die man sonst nicht allzu leicht treffen und/oder ins Gespräch verwickeln kann. Diese Offenheit ist lediglich dadurch beschränkt, dass zahlreiche kleine, intime Veranstaltungen (ca 20-30 Personen) schnell ausgebucht sind.
Die abendlichen Podiumsdiskussionen sind hingegen ohne Reservierungen zugänglich. Angeblich gibt es für Essls Privatführung (Fr) noch Plätze. Auch Kuratorenführungen haben noch Platz (zB Mumok - Mi) bzw. erweiterte Kontingente gibt es auch für die Kunst im öffentlichen Raum-Führungen (Mo/Do/Sa)
Ruhe vor dem (An)Sturm
Erstaunlich ist, dass welche eine enorme Bandbreite von Kunstfeld(ern), sich hier hier unter einen Hut bringen liess. Institutionen nebst Offspaces, unterschiedliche Verwertungsmodelle (Auktionshaus und Galerien), ohne dass (bisher) öffentlich gemurrt oder Distinktionsbedarf veröffentlicht wurde. Noch nicht...
eSeL erklärt sich das a) durch vorherrschende Hoffnung auf wechselseitige Öffentlichkeitsbefruchtung die jedoch b) ohnehin nur friends-of-friends von eigenen Zielnetzwerken betrifft.
Will heissen: den Feinkostladen stört es nicht, wenn neben ihm drei weitere Feinkostäldn aufsperren, weil dadurch a) die ganze Gasse berühmter wird und b) die Stammkundschaft ja ohnehin zu „ihrem Greissler“ einkaufen geht. >;e)
"Transkreatives" Publikum
Unter diesem Blickwinkel sieht es der eSeL auch als durchaus produktiv, dass im Rahmen der „Bildenden Kunstwoche“ angrenzende Felder wie Architektur (Fr - 14h) und Design (Sa - 15h) „eingeschmuggelt“ wurden, die bei aller Liebe zur „Transkreativität“ eben andere Waren- und Wissensproduktion aufweisen als die „Bildende Kunst"; in Folge aber auch ein anderes Publikum, bzw. eines, das es versteht, den jeweiligen Bereichen entsprechend kontextuell wie diskursiv zu „switchen“.
Soziale Netzwerke
Am besten wird sich dieses Prinzip sozialer Netzwerke in den sensiblen Kunstgefilden hoffentlich in der Austellung „Kunst als Soziotopie“ von Ursula Maria Probst deutlich werden, die nebst Kunstwerken gleich deren internationale (!) Netzwerkbildung im Dominoprinzip sichtbar macht.
16.11. - 19h / Center of Attention. Art as Sociotop / Geschäftslokal Radetzkystraße 23
Die Kehrseite des Diskurses
So weit so optimistisch. Wer einen inverse Leseweise der Artweekhoffnungen bevorzugt sei auf eSeL´s artweek-tour „full of lies“ verwiesen, die nächsten Samstag mit bewussten Falschmeldungen zu den ansgeprochenen Themen- bzw. Minenfeldern experimentiert. (Termin müsst Ihr Euch selbst raussuchen, weil diese Tour ist schon ziemlich ausgebucht >;e)
viennaartweek.at